Skulptur von Dietrich Heller (2017)

Die Skulptur CUMAEA wurde im Jahr 2017 vom deutschen Künstler Dietrich Heller geschaffen. Das Werk besteht aus Kalkstein aus Bassano di Grappa und ruht auf einem präzise gefertigten Sockel aus U-Stahl. Die Skulptur wurde mit grosser Sorgfalt verpackt und transportiert – ein Hinweis auf ihren bedeutenden materiellen und künstlerischen Wert.

Hellers Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Architektur, Raum und Bewegung. Er erforscht, wie Formen, Linien und Flächen im Zusammenspiel eine eigene Dynamik erzeugen. Der Titel CUMAEA verweist auf die antike Stadt Cumae in Italien – ein Ort, der in Mythologie und Geschichte als Tor zur Unterwelt und Ort der Weissagung galt. Dieses Zusammenspiel von Antike und moderner Formensprache macht die Skulptur zu einem faszinierenden Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

CUMAEA verkörpert so die Idee von Bewegung im Stillstand – eine Form, die zugleich Ruhe und Energie ausstrahlt. Durch den massiven Kalkstein erhält das Werk eine archaische Stärke, während der glatte Stahl des Sockels Leichtigkeit und Modernität vermittelt.

Der Entstehungsprozess der Skulptur

Die Skulptur „CUMAEA“ entstand in einem mehrstufigen Arbeitsprozess, der präzise Handwerkskunst und künstlerische Intuition verbindet. Ausgangspunkt war ein massiver Block Kalkstein aus Bassano di Grappa, der in sorgfältiger Handarbeit geformt, geschliffen und strukturiert wurde.

Der Künstler Dietrich Heller arbeitet häufig mit Naturstein, um die Spannung zwischen Schwere und Leichtigkeit sichtbar zu machen. In diesem Werk werden archaische Materialität und moderne Formensprache zu einem Dialog über Bewegung im Raum. Durch gezielte Schnitte, Brüche und sanfte Rundungen entsteht der Eindruck, als bewege sich der Stein selbst – eine „gehaltene Bewegung“, die Energie und Ruhe zugleich ausstrahlt.

Der U-Stahl-Sockel bildet einen bewussten Kontrast zum Naturstein: Er steht für industrielle Präzision, Stabilität und technische Klarheit. So entsteht ein Zusammenspiel aus Kunst und Konstruktion, das Raum, Form und Balance in Einklang bringt.

Die Platzierung der Skulptur lädt Betrachterinnen und Betrachter dazu ein, sich auf das Wechselspiel von Licht, Material und Bewegung einzulassen. „CUMAEA“ erinnert daran, dass wahre Bewegung nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar ist – ein stilles Spiel zwischen Form und Empfindung.

Die Wirkung von CUMAEA

Die Skulptur „CUMAEA“ entfaltet ihre Wirkung durch das Zusammenspiel von Form, Oberfläche und Licht. Der fein strukturierte Kalkstein reagiert auf jede Veränderung der Umgebung – Sonnenlicht, Schatten oder Blickwinkel verändern ständig den Ausdruck des Werkes.

Je nach Perspektive wirkt die Form offen oder geschlossen, weich oder kantig, massiv oder leicht. Diese ständige Veränderung im Stillstand macht „CUMAEA“ zu einem Werk, das den Betrachter einlädt, sich zu bewegen und das Objekt aus verschiedenen Richtungen neu zu entdecken.

Die ruhige, klare Gestaltung erzeugt eine starke räumliche Präsenz, ohne aufdringlich zu wirken. Sie verbindet handwerkliche Präzision mit einer meditativen, fast stillen Energie – ein Ausdruck von Konzentration und Gleichgewicht.